brunettereads: Laura Griffin – Dein ist der Tod

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Als ich mal über das Wochenende bei meinen Eltern zu Besuch war, hatte ich natürlich mein Buch dabei. Eines sollte reichen, dachte ich – waren ja auch nur vier Tage. Tja, denkste, es war gutes Wetter, für die Masterarbeit macht man ja sowieso nie was daheim und dann war mein Buch innerhalb 1,5 Tage durchgelesen. Zum Glück hatte meine Schwester noch ein Mängelexemplare-Buch daheim und dann war das auch noch ein Krimi – ich war also versorgt. Normalerweise bin ich von den Mängelexemplaren begeistert, da sich da manchmal echte Schätze verbergen, aber kann Dein ist der Tod von Laura Griffin da auch mithalten?

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Foto: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41ozH29n%2BgL._SX314_BO1,204,203,200_.jpg

Schockmoment für Mia Voss! Als die Forensikerin nach dem Einkaufen in ihr Auto steigt, wird sie von einem Unbekannten auf der Rücksitzbank entführt. Zum Glück kann sie sich befreien, doch kurz darauf verschwindet auch ihr Neffe. Zufall? Wohl nicht! Ric Santos beginnt zu ermitteln und auch Mia stellt Nachforschungen an. Haben die beiden Entführungen etwa mit dem Fall zu tun, den sie gerade im Labor untersucht und hinter dem sie mehr vermutet als eine Einzeltat? Während der Ermittlungen gerät sie in Lebensgefahr und muss Ric nicht nur einmal ihr Leben anvertrauen. Wer ist der Täter und was will er von Mia? Kann Ric sie beschützen?

Das Buch ist an sich nicht so schlecht, aber irgendwie fehlt doch die Spannung. Viel mehr hatte ich das Gefühl, dass die Liebesgeschichte um Mia und Ric mehr im Vordergrund stand als der Fall. Dabei ist der Einstieg so vielversprechend: Wir befinden uns sofort mitten im Geschehen, Mia wird entführt, man ist traurig und auch ein bisschen neugierig, was in der Vergangenheit zwischen ihr und Ric lief und wieso es nicht zu einer Beziehung kam. Aber dann ist die Romanze so ein ewiges Hin und Her, dass es mir manchmal etwas zu blöd war. Vor allem, weil Mia sich total überstürzt in diese Beziehung hineinsteigert, nach dem ersten Sex ans Heiraten und Kinder denkt, während Ric nach einer Woche „Beziehung“ (denn das ist noch nicht mal eine) seine Zahnbürste bei ihr hat – und das auch nicht wegen der Beziehung, sondern weil er wegen des Falls bei ihr schläft. Man merkt außerdem, dass die Geschichte aus der Feder einer Frau stammt, denn was ich wirklich noch nie gelesen habe, sei es in einem Liebesroman oder sonstigem Buch, ist, dass sich Mia nach dem Sex Sorgen macht, dass sie zu schwer sein könnte, als sie auf Ric liegt. Ernsthaft? Kann man solche Gedanken nicht wenigstens aus Büchern heraushalten? Ist ja eigentlich schon traurig genug, dass wir Frauen sowas tatsächlich denken, dann muss ich das nicht auch noch in einem Buch lesen, bei dem ich aus der Realität eigentlich fliehen will. Und schon gar nicht in einem Thriller, denn das ist das Buch ja eigentlich, auch wenn man es nicht meinen mag.

Wie schon gesagt, hat mir etwas die Spannung gefehlt, obwohl eigentlich einige spannende Momente gegeben sind, vieles war allerdings vorherzusehen… Die Kapitelstruktur hat dabei auch nicht geholfen, denn sie waren teilweise etwas zu lang und wenn nunmal kaum etwas darin passiert, was einen animiert, weiterzulesen, dann zieht sich die Geschichte ganz schön.  Und wenn dann aber am Ende ein Cliffhanger kommt, steht man vor dem Dilemma, ob man sich noch so einem langen Kapitel widmet oder einfach schnell die ersten Zeilen liest und danach schlafen geht.

Die Grundgeschichte, abgesehen vom Liebeswirrwarr, finde ich eigentlich interessant und hätte man auch definitiv gut gestalten können. Vielleicht hat die Romanze einfach zu sehr vom Eigentlichen abgelenkt. Ob es am Ende ein Happy End gibt, Ric Mia beschützen kann und der Täter geschnappt wird, müsst ihr dann schon selbst lesen. Ich fand jedenfalls die Auflösung nicht so gelungen und nicht so plausibel. Wer der Kidnapper ist, hat für mich nicht so viel Sinn gemacht. Und dann bekommen wir zum Schluss auch noch eine zweite Liebesgeschichte serviert, die sich schon relativ früh im Buch angedeutet hat. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass Laura Griffin das Prinzip eines Thrillers nicht so ganz verstanden hat 😉 Prinzipiell finde ich ein bisschen Romantik im Krimi nicht schlimm, mag das auch eigentlich, aber sie sollte dann eher im Hintergrund ablaufen. In Dein ist der Tod wurde meines Empfindens nach der Fokus eher auf die Beziehung von Mia und Ric gelegt.

Wie ihr euch sicher denken könnt, kann ich euch deshalb das Buch nur bedingt weiterempfehlen. Ich denke auch nicht, dass ich von Laura Griffin noch etwas lesen werde, Dein ist der Tod hat mich leider nicht so überzeugt.

Habt ihr das Buch gelesen und wie findet ihr es? Oder andere Bücher von Laura Griffin? Liegt der Fokus da auch so stark auf den Liebesgeschichten?

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Wenn einen die Liebe in Besitz nimmt…

Ziemlich wenig Buchposts hier in letzter Zeit! Dabei liegt das gar nicht daran, dass ich kaum lese, sondern, dass irgendwie immer die Zeit fehlt, das Gelesene dann auch aufzuschreiben und an euch weiterzugeben. Und so haben sich hier in den letzten Wochen so einige Bücher angesammelt, die ich euch vorstellen möchte.

Denn die Überschrift bezieht sich (leider) nicht auf meine private Situation, sondern auf einen Krimiroman von Lisa Jackson namens Besessen. Ich habe mir vor ein paar Monaten einige Bücher von ihr auf meinen e-book-Reader geladen und dieses Buch war das erste der ganzen Ansammlung, das ich gelesen habe. Bisher hatte ich von Lisa Jackson nur positives gehört und wollte mir eigentlich nur eines von ihr herunterladen… und dann wurden es einige mehr – und ich habe keine Ahnung mehr, welches ich eigentlich von ihr lesen wollte 😉 .

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Die TV-Moderatorin Kaylie war vor ihrer Fernsehkarriere eine erfolgreiche Jungschauspielerin, deren größter Erfolg der Film „Besessen“ war. Doch in dem Buch dreht es sich nicht um den Film, sondern darum, dass mehrere Personen von Kaylie besessen sind. Zum einen ihr Stalker, Lee Johnston, der vor 7 Jahren in die Psychatrie eingeliefert wurde. Zum anderen gibt es da noch Don, ihr Exmann, der Kaylie unbedingt wieder zurückhaben und beschützen möchte, denn er erhält den Tipp, dass Lee demnächst aus der Psychatrie entlassen werden soll. Doch da fangen die Probleme an: denn aufgrund Dons übertriebenen Beschützerinstinkt haben er und Kaylie sich damals getrennt. Doch Don lässt nicht locker und entführt Kaylie kurzum, als die sich weigert, mit ihm mitzukommen. Während ihrer Zeit zu zweit kommen die alten Gefühle wieder hoch, doch auch der Stalker lässt nicht lange auf sich warten…

Also wenn das alles ist, was Lisa Jackson zu bieten hat, bin ich ziemlich enttäuscht. Dafür, dass das Buch ein Krimi sein soll, finde ich ihn gar nicht spannend, es ist alles vorhersehbar und selbst die Liebesgeschichte, die ich ja sonst immer toll finde, hat mich diesmal nicht mitgerissen. Und dann noch die Bett- und Verführungsgeschichten à la Shades of Grey… finde ich irgendwie unpassend für einen Krimi. Immerhin war die Geschichte recht kurz mit ca. 160 Seiten.

Was ich allerdings ganz gut fande, war, dass das Thema „besessen“ unterschiedlich aufgegriffen und reflektiert wurde. Zum einen natürlich das Spiel mit dem Film, in dem Kaylie mitgespielt hat, aber es werden auch zwei verschiedene Typen von Besessenheit skizziert: auf der einen Seite gibt es den Stalker, der von Kaylie in der Hinsicht besessen ist, dass er vor nichts zurückschreckt. Er möchte sie besitzen, als sein Eigentum, sie soll ihm gehören und niemand anderem, dafür nimmt er sogar in Kauf, sie zu verletzen. Auf der anderen Seite steht Don, dessen Besessenheit romantisch angeleuchtet ist, er will Kaylie beschützen, geht dabei aber einige Schritte zu weit, in dem er sie, zum Beispiel, entführt. Da seine Motive allerdings unter den Merkmalen „Liebe“ und „Angst“ stehen, wird seine Besessenheit positiv gewertet, im Gegensatz zu Lees.

Mehr kann ich zu dem Buch gar nicht sagen, außer, dass es mich enttäuscht hat. Hoffentlich sind die anderen Bücher von Lisa Jackson besser!
Habt ihr bereits was von Lisa Jacksosn gelesen? Könnt ihr mir ein Buch empfehlen?

Foto: amazon.de